Donnerstag, 10. November 2016

Elisabeth-Weinberg-Preis 2016

Gestern Abend, am 9.11.2016, fand die jährliche Elisabeth-Weinberg-Preisverleihung im Rathaus Nienburg statt. Unsere Gruppe "Against Racism" wurde hier zum dritten Mal für den Preis nominiert.
Im Rahmen des Programms wurden die Ausstellungen "Oh, eine Dummel - Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire" und die vom Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg entwickelte Ausstellung "Schuld oder historische Verantwortung" eröffnet, die sich bis zum 25.11.2016 im Vestibül des Rathauses befinden.

Der Elisabeth-Weinberg-Preis 2016 wurde an zwei Gruppen verliehen. An Jugendliche des Arbeitskreises Stolpersteine aus Rehburg-Loccum, die eine szenische Lesung zu Flüchtlingen seit
der NS-Zeit erarbeitet haben, sowie an die Jugendgruppe "Against Racism", die sich seit 2014 gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung in Nienburg einsetzen. Besondere Anerkennung erhielten auch die nominierten Peer Guides der Anne Frank Ausstellung aus Nienburg.

Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!
Und vielen Dank an alle Beteiligten!

Im Folgenden möchten wir den Text unserer Rede noch einmal dokumentieren.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten,.
Ich habe heute die große Freude und zugleich Ehre ihnen die Arbeit der Gruppe „Against Racism etwas vorzustellen. Ich werde versuchen dabei nicht zu weit auszuholen und mich an das Wesentliche und gewisse besondere Einschnitte zu halten.
Beginnen werde ich mit einem Rückblick auf den Beginn unserer Arbeit, dann werde ich die Projekte der letzten Zeit kurz vorstellen und folglich auch noch einen kurzen Ausblick auf die Zukunft geben.

Nun lässt sich sagen, dass „Against Racism“ aus der Reaktion gegen verstärkte faschistoide Tendenzen in Nienburg entstanden ist. Zu nennen ist hier wohl vor Allem auch das Versprühen von Hakenkreuze Anfang 2014, sowie eine nachfolgende Kundgebung der NPD.
Die Demo, die wir 2014 für Geflüchtetenrechte organisierten, welche als Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus gedacht war, bekam so seinerseits nochmal eine ganz neue und umso wichtigere Bedeutung.
Nachfolgend verstärkte sich unsere Aktivität durch Infoveranstaltungen, Aufklärungsveranstaltungen und wichtiger Dokumentationsarbeit in Sachen Rechte Aktivitäten in Stadt und Kreis auf den Raum 2015. Hierzu zu sagen ist, dass sich auch etwa in dieser Zeit eine feste Nazistruktur etabliert, die bis heute existiert und aktiv ist. Die Bedrohung durch diese Faschisten wurde auch in unser aller Alltag spürbar, mal ab von Beleidigungen und Drohungen im Internet, kam es immer öfter auch zu Konfrontationen auf den Straßen, zu Bedrohungen und den Versuchen uns einzuschüchtern.
Dies haben wir jedoch bis zum heutigen Tag nicht zugelassen. Wir haben uns nicht durch solche Versuche abbringen lassen unsere Arbeit fortzusetzen. Auch wenn es nicht ganz einfach war, denn man muss sich vor Augen halten, dass dies in einem Zeitraum geschieht in dem Politik und Polizei gerne attestieren, dass Nienburg ja kein Naziproblem hätte. Für uns tat und tut sich nachwievor der Widerspruch auf, mit gewaltbereiten Nazis konfrontiert zu sein und dennoch gesagt zu bekommen, dass es kein Problem gäbe.

Nun im Jahr 2016 angekommen ist zu sagen, dass wir mit einer Infomationsveranstaltung an der BBS zum Thema: „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ ein breites Feld an Menschen erreichen konnten und gerade auch in diesem Jahr unsere Bündnisarbeit massiv ausbauen konnten. Der Erfolg dieser zeigte sich letztlich auch bei der Veranstaltung im Kulturwerk am 28.07.2016. Die hervorragend besuchte Infoveranstaltung zur Rechten Szene in Nienburg fand in einem überfüllten Raum statt, in den immer wieder Stühle hereingetragen werden mussten. Alle Altersgruppen waren vertreten, Städter wie auch Personen aus umliegenden Dörfern waren gekommen. So waren wir in der Lage ein breiteres Bündnis auf die Beine zu stellen und Aufmerksamkeit auf die Rechte Szene zu lenken. Auch ohne offizielle Politik und Polizei war es uns möglich ein breites Bündnis an Organisationen zu schmieden, das mit uns gemeinsam den Kampf gegen Faschismus aufnimmt. Denn zum "Glück" liessen auch die Neoanzis an diesem Abend nicht lange auf sich warten und tauchten in einem Mob von bis zu 10 Personen vermummt und zum Teil mit Schlagstöcken bewaffnet am Kulturwerk auf und zeigten den Versammelten, dass Nienburg eben doch ein Naziproblem hat.
Gemeinsam mit diesen Organisationen haben wir auch einen Flyer über die nicht sehr bekannten Forderungen der AFD entworfen, der im Wahlkampf an vielen Ständen auslag – Parteiübergreifend.
Zudem befragte die Gruppe Against Racism Politikerinnen und Politiker im Rahmen der „Wahlaktion- Wissen was geht!?“ des Kreisjugendrings Nienburg zu ihren politischen Positionen und beteiligten sich so an einer Auseinandersetzung junger Menschen mit Politik.

Für die Zukunft planen wir weitere Veranstaltungen an Schulen zum Thema Rechtsextremismus da sich auch dorthin unsere Vernetzung erheblich verbessert hat. Zudem ist bereits ein neues Konzert in Planung.

Zum Ende hin will ich jedoch auch nochmal auf die nahe Zukunft zu sprechen kommen. Am 19.11 kommt der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen nach Nienburg und will hier einen Aufmarsch inszenieren. Diese Organisation ist offen fremdenfeindlich und wird von dem NPD Kader Jens Wilke geführt, der auch die Anmeldungen und Organisation der Struktur übernimmt.
Nun kann man fragen warum Nienburg? Und man kommt zu einem schnellen und einfachen Schluss. Immer wieder sieht man militante Neonazis aus unserer Stadt in Göttingen oder Südniedersachsen, wie sie sich an den Aktionen des Freundeskreises beteiligen. Sie haben dorthin also eine Vernetzung aufgebaut und wollen diese nun nutzen um ihre Aktivitäten in unserer Stadt auszubauen.

Doch wir sagen ganz eindeutig und laut: Nein! Nicht mit uns. An diesem Tag wird es eine Gegendemonstration geben, sowie zahlreiche Aktionen der Zivilgesellschaft hier in Nienburg. Wir rufen dazu auf an diesen Protesten teilzunehmen und den Faschisten in unserer Stadt keinen Meter zu überlassen.
Danke
Bei der Eröffnung von "Oh, eine Dummel" gestalteten wir einen Hocker, der für die Ausstellung weitergenutzt wird.

Samstag, 27. August 2016

Rassismus ist keine Alternative - Flyer "Was die AfD wirklich will"

Freundlicherweise dürfen wir auch hier folgenden Flyer einstellen.
Der Flyer ist ebenfalls in gedruckter Version an Ständen des Runden Tisches gegen Rassismus und in einigen Geschäften in Nienburg erhältlich.
Unterstützer sind:
Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt
DGB Nienburg
ATTAC Nienburg
Against Racism Nienburg


(Zum Vergrößern Bild anklicken)

Mittwoch, 24. August 2016

Wahlaktion des KJR Nienburg am 25.08.2016 im Fundus

Wir wollen auch hier noch einmal zu der Veranstaltung des KJR Nienburgs morgen Abend im Fundus einladen zu der auch wir einen Stand beitragen werden.

"Die Kommunalwahl steht in den Startlöchern, doch ihr wisst noch gar nicht weshalb ihr wählen gehen sollt und wer gewählt wird? Lernt Politiker aus dem Landkreis kennen, fragt sie über ihre politischen Ziele aus und bildet euch eine Meinung. Diese Veranstaltung ist weit weg von einer lahmen Podiumsdiskussion, denn durch interaktive Stände kommt ihr unbeschwert ins Gespräch. 
Die Stände werden von folgenden Kooperationspartnern betreut:



Johanniter Unfallhilfe Landesbergen
Schützenkreis Nienburg
Evangelische Jugend Nienburg
Against Racism Nienburg
Jugendforum WABE
Kreisjugendfeuerwehr Nienburg


Wir freuen uns auf euch!"



Bild: KJR Nienburg


Freitag, 29. Juli 2016

Gelungener Vortrag im Nienburger Kulturwerk zur rechten Szene vor Ort

Gemeinsame Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Nienburg und Against Racism Nienburg


Am Donnerstag, den 28.07.2016, fand im Kulturwerk Nienburg eine Infoveranstaltung zu den Nienburger Nazistrukturen statt. Erarbeitet wurde der Vortrag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Gruppe Against Racism Nienburg und der Antifaschistischen Aktion Nienburg.
Der Einladung folgten in etwa 60-70 Leute und übertrafen somit die Erwartungen der Veranstalter um fast das Doppelte. Im Laufe des Vortrags wurde über besondere Ereignisse in Nienburg seitens der rechten Szene seit Juli 2015 berichtet, wie zum Beispiel auch über die gezielten körperlichen Übergriffe auf linke AktivistInnen auf dem Altstadtfest 2015.
Des Weiteren wurde eine Statistik über polizeilich registrierte rechte Straften im Landkreis vorgestellt, sowie rechte Sticker im Stadtgebiet besprochen und über das Auftreten der Neonazis im Internet und deren Strukturen informiert. 
Im Anschluss kam es zu einer angeregten Diskussion, was man gegen ebendiese Naziszene, aber auch gegen eine nach rechts abdriftende gesellschaftliche Mitte unternehmen kann. Als Lösungsvorschläge wurden beispielsweise ein Flyer der Chronik oder eine zentrale Anlaufstelle, die Informationen über Erlebnisse und rechtes Aufklebermaterial sammelt, wie auch die Präventionsarbeit an Schulen vorgeschlagen. Für besonders wichtig wurden auch die Öffentlichkeitsarbeit und das Auftreten in einem großen Bündnis gehalten.
Während der Veranstaltung versuchten vor dem Kulturwerk zeitweise bis zu 12 Neonazis die Veranstaltung zu stören und anzugreifen. Die Polizei kesselte daraufhin acht Nazis, stellte deren Personalien fest, durchsuchte einige Personen und erteilte Platzverweise, was die Gruppe allerdings nicht daran hinderte nach Ende der Veranstaltung nach vermeintlichen TeilnehmerInnen des Vortrags im Stadtgebiet zu suchen.


Vielen Dank an alle Unterstützer, das Kulturwerk und natürlich auch an alle, die an der Veranstaltung teilgenommen haben. 

Die Veranstaltung wurde unterstützt von: Antifaschistische Aktion Nienburg, Against Racism Nienburg, WABE Fach- und Koordinierungsstelle, Linksjugend Nienburg, Ver.di OV Landkreis Nienburg, ATTAC Regionalgruppe Nienburg, Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg

Mittwoch, 6. Juli 2016

Vortragsveranstaltung: Nienburger Nazistrukturen - Entwicklung der rechten Szene in Nienburg



In der letzten Zeit gewinnen Rechte immer mehr an Zulauf. Wie sieht es damit in Nienburg aus? Und wie hat sich die rechte Szene im letzten Jahr entwickelt?

Diesen Fragen wollen wir am 28.07.2016 um 20 Uhr im Kulturwerk auf den Grund gehen. Der Vortrag wurde von der Jugendgruppe Against Racism Nienburg (ARN) in Zusammenarbeit mit der Antifaschistischen Aktion Nienburg erarbeitet. Grundlage bieten neben einigen Statistiken, sorgfältige Recherchen und daraus resultierende Dokumentationen.

Seit dem letzten Jahr hat sich leider wieder einiges rund um die Nazistrukturen in Nienburg getan. Über körperliche Angriffe von Neonazis auf alternative Jugendliche bis hin zu Störaktionen von Stolpersteinverlegungen oder dem Besuchen des Arbeitsplatzes inklusive Zeigen des Hitlergrußes. Neonazis bekommen auch in unserer Stadt erschreckend viel Zulauf und machen sich im Netz und auf bundesweiten Demonstrationen einen Namen mit dem Anhang „Nienburg/Weser“. Sei es mit eigenen Stickermotiven oder als Schriftzug auf Transparenten. Wir wollen daher in Anknüpfung an den Vortrag im letzten Jahr ein Update über die Situation geben und gemeinsam mögliche Gegenmaßnahmen formulieren. 



 Die Veranstaltung wird unterstützt von: 
Antifaschistische Aktion Nienburg, Against Racism Nienburg, WABE Fach- und Koordinierungsstelle, Linksjugend Nienburg, Verdi OV Landkreis Nienburg, ATTAC Regionalgruppe Nienburg, Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg

Dienstag, 12. April 2016

Refugees Welcome Concert in Verden

Mundane - The Awake - Lena Stöhrfaktor - DJ Free Sense
Kommenden Samstag, den 16.04.2016, findet in Verden ein Refugees Welcome Concert statt. Das Jugendzentrum liegt direkt am Bahnhof und ist somit auch von Nienburg aus gut zu erreichen.
Der Eintritt ist frei.
Kommt rum und bringt Freunde mit! Wir freuen uns.


Donnerstag, 3. März 2016

Programm zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) 2016 in Nienburg

Auch dieses Jahr wird es ein Programm während der IWgR in Nienburg geben.
Wir selbst beteiligen uns mit einem Vortrag von Marcus Laube zum Thema "Erlebniswelt Rechtsextremismus" an der BBS Nienburg daran, möchten aber auch gerne zu den anderen Veranstaltungen aufrufen!

Anbei der Programmflyer.